Maklerpool

Montag, 20. Februar 2017 - 14:10 Uhr

 

Der Maklerpool

MaklerpoolSelbstständige Finanzvermittler haben es oft schwer. Sie wollen natürlich ihre Kunden umfassend beraten und mit den besten Produkten am Markt versorgen, hierzu sind jedoch oft mehrere Partner der Versicherungsbranche notwendig. Um die Produkte einer Gesellschaft vertreiben zu können, muss ein Vermittlervertrag geschlossen werden, der in der Regel einen Mindestumsatz beinhaltet. Dieser kann jedoch bei nur gelegentlichem Produktverkauf nicht erzielt werden, die Kündigung durch die Gesellschaft ist die Folge.

Um dieses Problem zu umgehen, können sich Finanzvermittler einem Maklerpool anschließen. Solch ein Maklerpool ist in der Regel ein unabhängiges Unternehmen, welches Maklern und Finanzdienstleistern die Möglichkeit gibt, auf Produkte mehrerer hundert Unternehmen zurückzugreifen. Hierbei ist der Maklerpool eine freie Partnerschaft, Mindestumsatzvorgaben oder Rechenschaften über Produktverkäufe gibt es nicht.
Auf welche Produkte das Mitglied im Maklerpool zurückgreifen kann, ist jedoch verschieden. Produktgeber sind meist Assekuranzen, Bausparkassen, Investment- und Versicherungsgesellschaften, mit denen der Maklerpool entsprechende Vereinbarungen getroffen hat. Ein großer Vorteil für die Mitglieder ist die bessere Verhandlungsbasis des Pools, denn durch hohe Abschlusssummen können deutlich bessere Courtagen ausgehandelt werden, als dies ein einzelner Makler könnte. Die Courtagen werden, je nach Maklerpool, zu 90-100% an die Makler weitergegeben. Sogar die sonst üblichen Stornoeinbehalte konnten von vielen Pools auf 0 gehandelt werden.

Jedes Mitglied im Maklerpool kann gleichzeitig auch auf die verschiedenen Produktrechner zurückgreifen. Dies hat den Vorteil, dass Programme nicht mehr auf dem eigenen PC installiert werden müssen, der Speicherplatz bleibt somit für wichtigere Dinge erhalten. Auch kann jeder Makler von jedem PC auf die Software zugreifen, sogar im Urlaub, wenn dies notwendig ist.
Der Maklerpool befreit den Makler gleichzeitig von verschiedenen administrativen Aufgaben, so dass sich dieser vollkommen auf sein Kerngeschäft, die Beratung seiner Kunden und die Vermittlung von Verträgen konzentrieren kann.

Ein Maklerpool bietet aber noch mehr. So waren die Leistungen von Versicherungen bis vor einigen Jahren nahezu identisch. Dies hat sich mittlerweile jedoch weitgehend geändert, denn seit den 90er Jahren können individuelle Vertragsbedingungen mit dem Kunden ausgehandelt werden. Makler wünschen sich jedoch oft weitergehende Produkte, die für ihre Kundschaft wirklich maßgeschneidert sind und somit deren Ansprüche erfüllen, sogenannte Deckungskonzepte. Zudem haben verschiedene Maklerpools den Anspruch, einzigartige Produkte für ihre Kundschaft vorzuhalten.

Aus diesem Grund werden von Versicherungen immer wieder spezielle Deckungskonzepte nur für einen bestimmten Maklerpool entworfen. Solche Deckungskonzepte werden auch „Spezial-Versicherungen“ genannt, die eben nur von den Mitgliedern des einen Maklerpools vertrieben werden können. Somit steigert sich auch die Mitgliederzahl des Maklerpools und gleichzeitig dessen Ertragskraft.